99 Fachbegriffe aus der Fensterwelt — kurz und ohne Katalog-Kauderwelsch erklärt,
damit Sie Angebote vergleichen und im
Konfigurator
sicher entscheiden können. Praktische Fragen rund um Kauf und Lieferung beantwortet die
FAQ.
A
Ablaufkappen (Wasserschlitze)
Im unteren Blendrahmen und Flügelfalz jedes Kunststoff-Fensters sitzen kleine Entwässerungsschlitze: Schlagregen und Kondensat, die in den Falz gelangen, werden darüber kontrolliert nach außen abgeführt. Ablaufkappen sind Abdeckungen in Rahmenfarbe, die diese Wasserschlitze überdecken — sie verhindern Pfeifgeräusche bei starkem Wind, halten Insekten fern und lassen die Öffnungen optisch verschwinden. Für die Pflege wichtig: Die Schlitze gelegentlich kontrollieren und mit einem dünnen Gegenstand freihalten, sonst staut sich Wasser im Falz. Verstopfte Entwässerung ist eine der häufigsten Ursachen für vermeintlich „undichte" Fenster — mehr Pflegetipps in der FAQ.
Abschließbarer Fenstergriff
Fenstergriff mit Schließzylinder oder Druckknopf, der die Griffstellung verriegelt. Das leistet zweierlei: Kinder können das Fenster nicht unbemerkt öffnen, und Einbrecher können den Beschlag nach dem Durchgreifen durch eingeschlagenes Glas oder von außen mit Werkzeug nicht einfach verschieben. Für geprüfte Einbruchhemmung ab RC2 N ist ein abschließbarer Griff vorgeschrieben, der mindestens 100 Nm Drehmoment widersteht. Der Aufpreis ist gering — für Erdgeschoss, Kinderzimmer und leicht erreichbare Fenster fast immer sinnvoll. Hintergründe im Ratgeber Einbruchschutz.
Abstandhalter (Spacer)
Profil am Rand des Isolierglases, das die Scheiben auf konstantem Abstand hält und den Scheibenzwischenraum abschließt; im Inneren nimmt es das Trockenmittel auf, das Restfeuchte bindet und Beschlagen zwischen den Scheiben verhindert. Das Material entscheidet über den Wärmeverlust am Glasrand: Aluminium leitet Wärme stark und kühlt die Glaskante aus, thermisch getrennte Verbundwerkstoffe — die Warme Kante — deutlich weniger. Der Abstandhalter ist zusammen mit Primär- und Sekundärdichtung Teil des Randverbunds, der das Glaspaket dauerhaft dicht hält.
Absturzsicherung
Bodentiefe Fenster und Verglasungen mit niedriger Brüstung müssen ab bestimmten Absturzhöhen gegen das Herausfallen von Personen gesichert werden — die genauen Anforderungen regeln die Landesbauordnungen, üblich ist die Pflicht ab etwa einem Meter Absturzhöhe. Drei Wege führen zum Ziel: eine ausreichend hohe Brüstung, ein vorgesetztes Geländer bzw. ein französischer Balkon oder eine absturzsichernde Verglasung nach DIN 18008-4 (TRAV) mit VSG. Welche Variante zulässig ist, klären Sie mit Planer oder Bauamt. Passende Bauformen zeigt unsere Übersicht der Fensterarten.
Anbohrschutz
Gehärtetes Stahlbauteil, das im Beschlag vor dem Getriebe sitzt und einen typischen Einbruchstrick vereitelt: das Aufbohren des Getriebekastens unterhalb des Griffs, um die Verriegelung von außen zu bewegen. Der Bohrer läuft auf dem gehärteten Stahl heiß, ohne durchzukommen. In den MACO-Beschlägen unserer Fenstersysteme ist der Anbohrschutz Teil der einbruchhemmenden Ausstattungspakete. Er wirkt nur im Zusammenspiel mit einem abschließbaren Fenstergriff — beides zusammen gehört zum RC2-Beschlag.
Anschlagdichtung
Umlaufende Dichtung, die beim Schließen zwischen Flügel und Blendrahmen an einer Anschlagfläche anliegt und das Fenster gegen Zugluft, Schlagregen und Lärm abdichtet. Standard-Kunststoffsysteme („AD") arbeiten mit zwei Dichtebenen — einer äußeren und einer inneren Anschlagdichtung. Hochwertigere Systeme ergänzen eine dritte Ebene, die Mitteldichtung. Die Dichtungen sind aus dauerelastischem Material gefertigt und lassen sich bei Verschleiß in der Regel austauschen, ohne das Fenster zu ersetzen. Welche Dichtungsvariante ein Profil hat, sehen Sie in unserem Profil-Sortiment.
Ansichtsbreite
Die von außen sichtbare Breite der Rahmen- und Flügelprofile — bei modernen Kunststoff-Systemen etwa 105 bis 130 mm für Blendrahmen plus Flügel. Je schmaler die Ansichtsbreite, desto größer der Glasanteil und der Lichteinfall bei gleichem Baukörpermaß. Auch die Bauart wirkt sich aus: Ein Stulp trägt deutlich schmaler auf als ein fester Pfosten — beim Hersteller Drutex ist der Stulp rund ein Drittel schmaler in der Ansicht. Die Profilmaße finden Sie in unseren Profilquerschnitten.
Antipanik-Beschlag
Beschlag für Flucht- und Rettungswege: Die Tür lässt sich von innen jederzeit ohne Schlüssel öffnen — über eine horizontale Antipanikstange oder einen Drücker —, bleibt von außen aber kontrolliert verschlossen. Eingesetzt wird das vor allem bei Objekt- und Nebeneingangstüren mit Fluchtweg-Funktion (Versammlungsstätten, Gewerbe, Mehrfamilienhäuser). Unser Hersteller rüstet Aluminium-Türsysteme entsprechend aus; solche Objektlösungen konfigurieren wir gemeinsam mit Ihnen — sprechen Sie unsere B2B-Beratung an.
Aufsatzraffstore
Ein Raffstore, dessen Kasten wie beim Aufsatzrollladen direkt auf dem Fensterrahmen sitzt und mit dem Element geplant und geliefert wird — die Alternative zum vor die Fassade gesetzten Vorsatzraffstore. Vorteil: sauber integrierter, wärmegedämmter Anschluss ohne sichtbaren Kasten. Die Aluminium-Lamellen (übliche Höhen 37 bis 55 mm, teils schaumgefüllt für mehr Laufruhe) lenken Tageslicht stufenlos und werden bei Aufsatz- wie Vorsatzmontage typischerweise in matten Farbtönen gefertigt. Konfigurierbar im Raffstore-Konfigurator.
Aufsatzrollladen
Rollladen, dessen Kasten direkt auf dem Blendrahmen des Fensters sitzt und mit diesem als eine Einheit geliefert und eingebaut wird. Vorteile: sauber gedämmter, geprüfter Anschluss ohne nachträgliche Wärmebrücke am Sturz, Revision meist bequem von innen, und die Fassade bleibt frei von sichtbaren Kästen. Aufsatzrollläden sind die erste Wahl bei Neubau und Komplettsanierung, weil die Maueröffnung entsprechend höher geplant werden kann. Im Fenster-Konfigurator konfigurieren Sie den Aufsatzrollladen direkt am Fenster mit — inklusive Gurt- oder Motorbedienung. Für die Nachrüstung am bestehenden Fenster eignet sich der Vorbaurollladen.
B
Bandseitensicherung
Auf der Bandseite — der Scharnierseite des Flügels — halten Standardbeschläge nur über Ecklager und Schere. Genau dort setzen Einbrecher gern den Hebel an, weil die Griffseite oft besser gesichert ist. Bandseitensicherungen verkrallen Flügel und Rahmen zusätzlich auf der Scharnierseite, typischerweise über Pilzkopf-Elemente an Ecklager und Scherenlager. In geprüften RC2-N-Elementen ist die Bandseite konstruktiv mit gesichert; bei Bestandsfenstern lässt sie sich teils nachrüsten. Was sonst noch zum wirksamen Schutzpaket gehört, erklärt der Ratgeber Einbruchschutz.
Bautiefe
Die Tiefe des Fensterprofils von der Außen- zur Innenseite, bei Kunststoff-Fenstern heute meist 70 bis 93 mm. Mehr Bautiefe schafft Platz für zusätzliche Profilkammern, breitere Dichtungsebenen und dickere Verglasungen — und verbessert damit Wärmedämmung (Uf-Wert), Schallschutz und Stabilität. Für die Sanierung ist die Bautiefe auch praktisch relevant: Sie sollte zur vorhandenen Laibungstiefe und zum Innenanschluss (Fensterbank, Rollladenführung) passen. Die Bautiefen aller Systeme finden Sie im Profil-Sortiment direkt am jeweiligen Profil.
BEG-Förderung
Die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) bezuschusst den Fenstertausch im Bestand als Einzelmaßnahme. Zentrale Voraussetzungen sind in der Regel ein Uw-Wert von höchstens 0,95 W/(m²K), die Umsetzung durch ein Fachunternehmen und die Antragstellung vor Beginn der Arbeiten; alternativ kommt der Steuerbonus für energetische Sanierungen in Betracht. Da sich Konditionen und Fördersätze ändern können, gilt: erst informieren, dann bestellen. Eine aktuelle, verständliche Übersicht bietet unser Ratgeber zur Fenster-Förderung — verbindlich sind die Auskünfte der Förderstellen.
Blendrahmen
Der feststehende äußere Rahmen des Fensters, der fest mit dem Mauerwerk verbunden wird — das Gegenstück zum beweglichen Flügel. Der Blendrahmen trägt die Beschlagsaufnahmen, die Dichtungsebenen und leitet alle Lasten in die Wand ab. Wichtig fürs Bestellen: Das Bestellmaß im Konfigurator bezeichnet das Außenmaß des Blendrahmens, nicht die Maueröffnung (siehe Maueröffnung vs. Bestellmaß). Bei Bedarf wird der Blendrahmen mit Verbreiterungen ergänzt, etwa um Platz für eine Rollladenführung zu schaffen.
D
DB 703 (Eisenglimmer)
Farbton aus dem DB-Farbregister (ursprünglich für Stahlbauten der Deutschen Bundesbahn entwickelt): ein dunkles Anthrazitgrau mit fein schimmernden Eisenglimmer-Partikeln, das je nach Lichteinfall lebendig metallisch wirkt — edler und weniger flächig als das allgegenwärtige RAL 7016. Bei Kunststoff-Fenstern wird DB 703 als strukturierte Dekorfolie umgesetzt; der Glimmereffekt bleibt dabei erhalten. Beliebt für moderne Fassaden, Haustüren und als Kontrast zu hellem Putz. Wie der Ton an Ihrem Fenster wirkt, zeigt die Live-Vorschau im Konfigurator bei der Farbwahl.
Dekorfolie (RENOLIT)
Mehrschichtige, witterungsbeständige Kunststofffolie mit schützender Acrylat-Deckschicht, die im Werk unter Druck und Wärme dauerhaft auf das Profil kaschiert wird — in Holzdekoren wie Golden Oak mit fühlbarer Prägung ebenso wie in Uni- und Metallic-Tönen. Unsere Systeme von Drutex, VEKA und Salamander werden mit Folien des Herstellers RENOLIT ausgeführt, die auf UV- und Farbbeständigkeit im Außeneinsatz ausgelegt sind. Bei dunklen Folien lohnt die Kombination mit passender Kernfarbe, damit an Kanten kein weißer Kern durchblitzt. Fragen zur Gewährleistung auf Oberflächen beantwortet unsere Garantie-Übersicht.
DIN links / DIN rechts
Genormte Angabe der Öffnungsrichtung von Fenstern und Türen (nach DIN 107). Maßgeblich ist die Ansicht von der Seite, zu der das Element öffnet — bei Fenstern also die Rauminnenseite: Liegen die Bänder (Scharniere) links, ist es „DIN links", liegen sie rechts, „DIN rechts". Der Griff sitzt jeweils auf der gegenüberliegenden Seite. In unserem Konfigurator wählen Sie die Öffnungsrichtung per Klick und sehen sie sofort in der Vorschau in Innenansicht — Verwechslungen fallen so direkt auf.
Dornmaß
Der Abstand von der Vorderkante des Beschlag-Stulps bis zur Mitte des Griff- bzw. Zylinder-Vierkants — die entscheidende Größe, wenn Getriebe oder Schlösser getauscht oder Türen nachgerüstet werden. Bei Balkontür-Getrieben unseres Herstellers sind zum Beispiel die Dornmaße DM 20 und DM 25 gebräuchlich; welches verbaut ist, bestimmt, welche Griffgarnituren und Zylinder passen. Beim Neukauf im Balkontür-Konfigurator müssen Sie sich darum nicht kümmern — Beschlag und Griff kommen aufeinander abgestimmt.
Dreh-Kipp
Der mit Abstand häufigste Fensterbeschlag: Ein Griff steuert zwei Öffnungsarten. Griff waagerecht öffnet den Flügel drehend zum Reinigen und Stoßlüften, Griff senkrecht nach oben kippt ihn zum Dauerlüften; Griff nach unten verriegelt. Moderne Dreh-Kipp-Beschläge verriegeln umlaufend an mehreren Punkten und lassen sich mit Pilzkopfzapfen zur Einbruchhemmung aufrüsten (siehe RC2 N). Im Konfigurator ist Dreh-Kipp die Standardauswahl für Wohnraumfenster; reine Dreh- oder Kipp-Flügel sind ebenfalls konfigurierbar.
Dünne Schweißnaht (V-Perfect)
Kunststoff-Profile werden an den Ecken auf Gehrung verschweißt; die dabei entstehende Schweißraupe wird klassisch abgefräst und hinterlässt gerade bei folierten und dunklen Profilen eine sichtbare graue Nut quer über die Ecke. Verfahren für dünne bzw. nahezu unsichtbare Schweißnähte — bei den von uns geführten Drutex-Systemen unter dem Namen V-Perfect — verschweißen mit minimalem Materialaustrieb, sodass an der Ecke nur eine feine Linie bleibt und das Dekor optisch durchläuft. Bei Holzdekoren und Anthrazit ein deutlich sichtbarer Qualitätsunterschied; welche Systeme so gefertigt werden, steht im Profil-Sortiment.
Duplex-Sprossen
Distanzprofile im Scheibenzwischenraum, die bei außen aufgesetzten Sprossen exakt hinter jeder Sprosse mitlaufen. Der Sinn: Ohne den Duplex-Steg könnte man zwischen den aufgeklebten Profilen schräg „hinter" die Sprosse sehen — mit ihm wirkt die Teilung wie eine echte Glasteilung, weil die Sichtachse durchgängig geschlossen ist. Duplex-Stege sind der unsichtbare Kern der Wiener Sprosse und werden in Breite und Farbe auf die aufgesetzten Profile abgestimmt. Einen Überblick über alle Varianten gibt der Eintrag Sprossen; Sprossenbilder wählen Sie im Konfigurator mit Vorschau.
E
Einbautiefe
Im Fensteralltag meist synonym zur Bautiefe verwendet — gemeint ist dann die Profiltiefe in Millimetern, etwa 70, 76 oder 82 mm. Streng genommen bezeichnet die Einbautiefe aber etwas anderes: die Position, in der das Fenster in der Laibung sitzt, also wie tief das Element in der Wand montiert wird. Energetisch ideal ist die Lage in der Dämmebene der Wand. Beim Angebotsvergleich gilt: Steht „Einbautiefe 82 mm", ist praktisch immer die Bautiefe des Profils gemeint. Die Profilgeometrien im Detail zeigt unsere Querschnitts-Bibliothek.
EPDM-Dichtung
Dichtungswerkstoff aus synthetischem Kautschuk (Ethylen-Propylen-Dien), der sich für Fensterdichtungen bewährt hat: dauerelastisch über Jahrzehnte, beständig gegen UV-Strahlung und Ozon, und auch bei Frost bleibt das Material flexibel, statt zu verhärten. EPDM-Dichtungen behalten so ihre Rückstellkraft — die Voraussetzung dafür, dass Anschlagdichtungen und Mitteldichtung dauerhaft dicht schließen. Verschlissene Dichtungen lassen sich in der Regel aus der Nut ziehen und als Meterware ersetzen, ohne das Fenster zu tauschen. Pflegetipp: einmal jährlich reinigen und mit Pflegemittel geschmeidig halten.
EPS-Rollladenkasten
Rollladenkasten aus expandiertem Polystyrol (EPS, umgangssprachlich Styropor) — das Standardmaterial beim Aufsatzrollladen: leicht, formstabil und von Haus aus wärmedämmend, sodass am Sturz keine Kältebrücke entsteht. Die Kastenoberfläche dient zugleich als Putzträger, der Kasten verschwindet also unsichtbar in der Fassade. Unser Hersteller fertigt EPS-Kästen in Größen von 365 und 425 mm — welche Höhe nötig ist, hängt von Behanghöhe und Panzerprofil ab und ergibt sich automatisch im Fenster-Konfigurator, wenn Sie den Rollladen mitplanen.
ESG (Einscheiben-Sicherheitsglas)
Thermisch vorgespanntes Glas mit deutlich erhöhter Schlag-, Biege- und Temperaturwechselfestigkeit. Zerbricht ESG doch, zerfällt es in kleine, stumpfkantige Krümel statt in gefährliche Scherben — daher der Name Sicherheitsglas. Typische Einsätze: beanspruchte Außenscheiben, Ganzglastüren und Bereiche mit Temperaturstress. Wichtig zur Abgrenzung: Gegen Einbruch hilft ESG kaum, denn die Scheibe ist nach dem Bruch komplett offen — dafür ist VSG mit reißfester Folie zuständig. Beide Glasarten wählen Sie bei Bedarf im Konfigurator.
F
Falzlüfter
Unauffälliges Lüftungselement, das im Falz zwischen Flügel und Blendrahmen sitzt und auch bei geschlossenem Fenster einen kleinen, kontrollierten Luftaustausch zulässt. Das unterstützt den Feuchteschutz nach dem Lüftungskonzept (DIN 1946-6): Nach dem Fenstertausch sind Gebäude oft so dicht, dass ohne Mindestluftwechsel Kondenswasser und Schimmel drohen. Falzlüfter arbeiten ohne Strom, sind von außen praktisch unsichtbar und drosseln bei starkem Wind selbsttätig. Gerade bei der Sanierung von Altbauten mit vorher „undichten" Fenstern eine sinnvolle, günstige Ergänzung.
Fehlbediensperre
Kleines Beschlagbauteil am Flügelfalz, das Schaltfehler beim Dreh-Kipp-Fenster verhindert: Bei geöffnetem Flügel blockiert es die Griffdrehung in die Kippstellung. Ohne diese Sperre könnte man den offenen Flügel versehentlich „auskippen" — er hinge dann nur noch schief im unteren Ecklager und wirkt ausgehängt, was regelmäßig für Schrecken sorgt, aber mit einem Handgriff behebbar ist. Moderne Beschläge, auch die MACO-Beschläge unserer Systeme, kombinieren die Fehlbediensperre meist mit einem Anpressheber, der den Flügel beim Schließen an den Rahmen zieht. Wie Sie einen ausgehängten Flügel wieder einhängen, zeigt die FAQ.
Floatglas
Das Basisglas fast aller Fensterverglasungen, benannt nach dem Herstellverfahren: Die flüssige Glasschmelze fließt auf ein Bad aus geschmolzenem Zinn und erstarrt dort zu einer spiegelglatten, planparallelen Scheibe. Floatglas ist das Ausgangsprodukt für praktisch alles Weitere — Wärmeschutzbeschichtungen, thermisches Vorspannen zu ESG oder TVG, Laminieren zu VSG und der Zusammenbau zum Isolierglas. Unbehandelt ist es kein Sicherheitsglas: Es bricht in große, scharfkantige Scherben. Eine eisenoxidarme, besonders farbneutrale Variante ist das Weißglas.
Flügel
Der bewegliche Teil des Fensters: Flügelrahmen samt Verglasung, geführt über Bänder am feststehenden Blendrahmen. Je nach Beschlag dreht, kippt oder schiebt der Flügel; festverglaste Bereiche kommen ganz ohne Flügel aus und sind dadurch günstiger und schlanker. Die Flügelanzahl bestimmt die Bauform — vom einflügeligen Fenster über zweiflügelige Varianten mit Pfosten oder als Stulp bis zu Kombinationen mit Oberlicht. Anzahl und Aufteilung legen Sie im Konfigurator im ersten Schritt fest.
Funksteuerung (Rollladen & Tor)
Motorisierte Rollläden, Raffstoren und Garagentore lassen sich per Funk bedienen: vom Handsender über Wandtaster bis zur Smart-Home-Zentrale mit Zeitprogrammen und Szenen (etwa Somfy mit der TaHoma-switch-Zentrale oder SELVE-Funksystemen, die unser Hersteller ab Werk vorsieht). Damit fahren Behänge zeitgesteuert, wetterabhängig oder vom Urlaubsort aus — ein Plus für Komfort, Einbruchprävention und sommerlichen Wärmeschutz. Die Antriebs- und Bedienvarianten wählen Sie direkt im Rollladen- bzw. Tor-Konfigurator; der 230-V-Anschluss gehört in die Hände einer Elektrofachkraft.
G
Gasfüllung (Argon/Krypton)
Der Scheibenzwischenraum moderner Isoliergläser ist nicht mit Luft, sondern mit einem Edelgas gefüllt, das Wärme schlechter leitet. Standard ist Argon: reichlich verfügbar, günstig und bei üblichen SZR-Breiten von 12–18 mm die wirtschaftlichste Wahl. Krypton dämmt noch besser, ist aber deutlich teurer und lohnt vor allem bei schmalen Zwischenräumen, etwa bei Sanierungsgläsern mit begrenzter Einbaudicke. Die Gasfüllung ist ein wesentlicher Baustein des Ug-Werts; der dichte Randverbund hält den Gasverlust über die Lebensdauer minimal. Vertiefung im Ratgeber U-Wert.
g-Wert
Der Gesamtenergiedurchlassgrad einer Verglasung: der Anteil der auftreffenden Sonnenenergie, der insgesamt in den Raum gelangt (als Wert zwischen 0 und 1 bzw. in Prozent). Ein hoher g-Wert bringt im Winter kostenlose solare Wärmegewinne, kann aber im Sommer zur Überhitzung beitragen. Moderne 3-fach-Verglasungen liegen häufig um 0,5. Die Kunst ist die Balance: guter Ug-Wert für die Dämmung, passender g-Wert zur Ausrichtung des Raums — plus außenliegender Sonnenschutz wie Raffstore oder Rollladen für heiße Tage.
GEG (Gebäudeenergiegesetz)
Das Gebäudeenergiegesetz bündelt seit 2020 die energetischen Anforderungen an Gebäude (Nachfolger von EnEV und EEWärmeG). Für Fenster relevant: Werden im Bestand Fenster ausgetauscht, dürfen die neuen Elemente einen Uw-Wert von 1,3 W/(m²K) nicht überschreiten. Moderne 3-fach-verglaste Kunststoff-Fenster unterschreiten diese Grenze deutlich — wer zusätzlich die schärferen Werte der BEG-Förderung (max. 0,95) erreicht, kann Zuschüsse nutzen. Die eingestellten U-Werte Ihrer Konfiguration zeigt der Konfigurator transparent an.
Glasfaserverstärkung
Aussteifung von Kunststoff-Profilen mit glasfaserverstärktem Material statt — oder ergänzend zu — der klassischen Stahlarmierung. Die Vorteile: Glasfaserwerkstoffe leiten Wärme kaum, es entsteht also keine Wärmebrücke im Profilkern wie bei durchgehendem Stahl; zugleich sind sie leicht und über den Temperaturverlauf sehr formstabil, was gerade bei dunklen Oberflächen zählt. In unserem Sortiment kommt Glasfaserverstärkung zum Beispiel beim Drutex Iglo Energy zum Einsatz. Ob ein System mit Stahl, Glasfaser oder Vollverstärkung arbeitet, sehen Sie im Profil-Sortiment.
Glasleisten
Profilleisten, die die Scheibe im Flügelfalz halten: Sie werden nach dem Einsetzen und Verklotzen der Verglasung in die Nut geclipst und pressen das Glaspaket gegen die Dichtung. Bei modernen Fenstern sitzen Glasleisten grundsätzlich raumseitig — von außen lässt sich die Scheibe dadurch nicht ausbauen, ein einfacher, wirksamer Einbruchschutz-Baustein. Die Leistenform (abgerundet, eckig, profiliert) prägt die Innenoptik des Fensters und unterscheidet sich je nach System. Beim Glastausch werden die Leisten zerstörungsfrei entfernt und wiederverwendet. Formen im Detail zeigt die Querschnitts-Bibliothek.
Glasteilende Sprossen
Echte Sprossen, die die Fensterfläche in mehrere separate Isoliergläser teilen — jedes Feld ist eine eigene Scheibe mit eigenem Randverbund, die Sprossenprofile tragen statisch mit. Das ist die historisch authentische Bauweise, etwa für Denkmalschutz-Auflagen, hat aber ihren Preis: höhere Kosten, mehr Gewicht und durch die vielen Glasränder ein etwas schlechterer U-Wert als bei ungeteiltem Glas. Für die reine Optik sind aufgesetzte Wiener Sprossen oder SZR-Varianten die wirtschaftlichere Wahl — alle Typen im Überblick unter Sprossen. Verwandt, aber größer dimensioniert: der Kämpfer.
Griffhöhe & Barrierefreiheit (DIN 18040-2)
Die Norm für barrierefreie Wohnungen, DIN 18040-2, empfiehlt Bedienelemente — also auch Fenstergriffe — in 85 bis 105 cm Höhe über dem Boden, erreichbar ohne Strecken oder Bücken, auch aus dem Rollstuhl. Bei üblichen Fenstern mit Brüstung passt das meist automatisch; bei hohen oder bodentiefen Flügeln säße der Griff in Flügelmitte jedoch deutlich höher. Die Lösung ist ein werkseitig nach unten versetzter Griff. Auch flache Schwellen an Balkontüren gehören zum barrierearmen Bauen. Sonderwünsche wie Griffversatz klären Sie am einfachsten über eine Anfrage aus dem Konfigurator heraus oder vorab in der FAQ.
H
Hebe-Schiebetür (HST)
Großformatige Schiebetür für Terrassen: Beim Umlegen des Griffs hebt der Beschlag den schweren Flügel wenige Millimeter an, sodass er sich trotz mehrerer hundert Kilogramm Gewicht leicht zur Seite schieben lässt; abgesenkt presst er dauerhaft dicht auf die Laufschiene. Hebe-Schiebetüren ermöglichen sehr große Glasflächen und flache, barrierearme Bodenschwellen — die Premium-Lösung für den Wohnraum-Garten-Übergang. Die kompaktere und günstigere Alternative ist die PSK-Tür. Konfigurieren und sofort bepreisen: Hebe-Schiebetür-Konfigurator.
Helima-Sprossen (SZR-Sprossen)
Sprossenprofile aus Aluminium-Hohlkörpern, die innen im Scheibenzwischenraum montiert werden — „Helima" hat sich nach einem bekannten Hersteller als Gattungsname eingebürgert. Die Glasflächen bleiben außen und innen völlig glatt: nichts zu putzen außer der Scheibe selbst, kein Verschleiß, keine abstehenden Teile. Erhältlich in verschiedenen Breiten und Farben, auch zweifarbig passend zu außen/innen unterschiedlichen Rahmenfarben. SZR-Sprossen sind die günstigste und pflegeleichteste Sprossenart; wer mehr Plastizität wünscht, greift zur Wiener Sprosse. Sprossenbilder konfigurieren Sie im Konfigurator mit Live-Vorschau.
I
Isolierglas
Mehrscheiben-Isolierglas (MIG): zwei oder drei Scheiben, die über den Randverbund hermetisch zu einem Paket verbunden sind — mit Gasfüllung im Zwischenraum und unsichtbarer Wärmeschutzbeschichtung. Der Aufbau wird als Kurzformel angegeben, etwa „4/16/4": 4 mm Glas, 16 mm Zwischenraum, 4 mm Glas. Auf dieser Basis entstehen alle Funktionsgläser, vom Schallschutz- über das Sicherheits- bis zum Sonnenschutzglas. Heutiger Standard im Neubau ist 3-fach-Isolierglas. Was die Kennwerte bedeuten und wann sich welcher Aufbau lohnt: Ratgeber U-Wert.
K
Kämpfer
Waagerechtes, fest mit dem Blendrahmen verbundenes Teilungsprofil, das ein Fenster oder eine Tür horizontal unterteilt — klassisch, um ein Oberlicht oder Unterlicht vom Hauptfeld abzutrennen. Das senkrechte Gegenstück heißt Pfosten. Anders als eine Sprosse trennt der Kämpfer echte, eigenständig verglaste Felder und trägt statisch mit. Kämpferteilungen prägen viele Altbau-Fassaden; bei der Sanierung lassen sie sich originalgetreu nachbilden — im Konfigurator über die mehrteiligen Bauformen.
Kernfarbe
Bei kerngefärbten Profilen ist das PVC selbst durchgefärbt — meist in Braun oder Anthrazit — statt des üblichen weißen Kerns. Der Nutzen zeigt sich an den Stellen, die eine Dekorfolie nicht abdeckt: An Falzkanten, Dichtungsnuten und Schnittflächen blitzt bei geöffnetem Fenster kein Weiß hervor, und kleine Kratzer in der Oberfläche bleiben nahezu unsichtbar, weil darunter der gleiche Farbton liegt. Kernfarbe kombiniert mit farblich passender Folie ergibt das durchgängigste Erscheinungsbild dunkler Fenster. Ob ein Farbton kerngefärbt lieferbar ist, sehen Sie bei der Farbauswahl im Konfigurator.
Klasse-A-Profil
Kunststoff-Fensterprofile werden nach DIN EN 12608 anhand der Wandstärke ihrer äußeren sichtbaren Profilwände klassifiziert: Klasse A verlangt mindestens 2,8 mm, Klasse B mindestens 2,5 mm. Dickere Wände bedeuten stabilere Schweißecken, besseren Halt für Beschlagschrauben und eine höhere Steifigkeit über die Lebensdauer — besonders relevant bei großen Elementen und dunklen Farben, die sich in der Sonne stärker erwärmen. Achten Sie beim Vergleich von Angeboten auf diese Angabe; welche Klasse ein System erfüllt, steht bei uns im Profil-Sortiment.
Kondenswasser
Tauwasser, das sich niederschlägt, wo warme, feuchte Luft auf kalte Oberflächen trifft. Am Fenster ist der Ort entscheidend: Beschlag innen am Scheibenrand deutet auf schwache Verglasung oder zu hohe Raumluftfeuchte hin — regelmäßig lüften, ggf. Falzlüfter nachrüsten. Beschlag außen am frühen Morgen ist paradoxerweise ein Qualitätszeichen sehr gut dämmender Scheiben, deren Außenfläche kalt bleibt. Feuchtigkeit zwischen den Scheiben zeigt dagegen einen defekten Randverbund an — das Isolierglas gehört getauscht. Eine Warme Kante reduziert Kondensat am Glasrand spürbar.
Kopplung
Die statisch tragfähige Verbindung mehrerer Fenster- oder Türelemente zu einer Einheit über spezielle Kopplungsprofile — etwa Fenster neben Balkontür oder mehrere Fenster in einem breiten Band. Das Kopplungsprofil überträgt Wind- und Eigenlasten und nimmt die temperaturbedingte Ausdehnung der Profile auf; je nach Situation kommen Standard-, Statik- oder Eckkopplungen (z. B. 90°) zum Einsatz. Große Elementkombinationen werden für den Transport oft getrennt geliefert und vor Ort gekoppelt. Nicht zu verwechseln mit der Verbreiterung, die nur ein einzelnes Element vergrößert.
L
Lasur (Holzfenster)
Transparente bis halbtransparente Beschichtung für Holzfenster, die die Maserung sichtbar lässt, statt sie wie ein deckender Lack zu überdecken. Im Fensterbau üblich sind Dickschichtlasuren: Sie bilden einen elastischen, wetterfesten Film, der mit dem Holz arbeitet. Zu beachten: Lasierte Oberflächen brauchen regelmäßige Pflege- und Überholungsintervalle, und sehr helle Lasuren bieten dem Holz weniger UV-Schutz als kräftigere Töne oder deckende Anstriche — die Wetterseite altert entsprechend schneller. Der außen montierte Wetterschenkel entlastet die kritischste Zone. Ob Holz zu Ihnen passt, klärt der Material-Vergleich.
Linienentwässerung
Eine flache Entwässerungsrinne mit Gitterrost unmittelbar vor der Türschwelle, die Regen- und Spritzwasser aufnimmt und kontrolliert ableitet. Sie ist die technische Voraussetzung dafür, dass barrierearme Übergänge mit Null-Schwelle auch bei Schlagregen dicht bleiben — insbesondere an Hebe-Schiebetüren und Hauseingängen ohne überdachten Vorbereich. Die Rinne gehört zur Bauwerksplanung (Anschlusshöhen, Gefälle) und sollte früh mit Türposition und Belagsaufbau abgestimmt werden; wir beraten dazu gern im Rahmen Ihrer Planung.
M
Maueröffnung vs. Bestellmaß
Zwei Maße, ein häufiges Missverständnis: Die Maueröffnung ist das lichte Maß der Wandöffnung im Rohbau. Das Bestellmaß ist das Außenmaß des Blendrahmens — also die Maueröffnung abzüglich der umlaufenden Montagefuge von üblicherweise 10–15 mm je Seite, in der später Dämmung und Abdichtung Platz finden. In unseren Konfigurator gehört das Bestellmaß. Faustregel bei der Renovierung: Maueröffnung an drei Stellen messen, kleinstes Maß nehmen, Fuge abziehen. Schritt für Schritt erklärt das der Aufmaß-Ratgeber; Kurzfragen beantwortet die FAQ.
Mehrkammerprofil
Kunststoff-Fensterprofile sind innen in mehrere Hohlkammern unterteilt — üblich sind heute fünf bis sieben, teils mehr. Jede Kammer wirkt als ruhende, dämmende Luftschicht; zusätzlich nehmen die Kammern die Stahlarmierung zur Aussteifung sowie Entwässerungsebenen auf. Mehr Kammern verbessern zusammen mit größerer Bautiefe den Uf-Wert des Rahmens — allerdings nicht linear: Ab einer gewissen Zahl bringt eine weitere Kammer kaum noch Gewinn, dann zählen Dichtungssystem und Verglasung mehr. Die Kammerzahlen unserer Systeme finden Sie im Profil-Sortiment.
Mitteldichtung
Dritte Dichtungsebene, die bei „MD"-Profilsystemen mittig im Falz zwischen Flügel und Blendrahmen umläuft — zusätzlich zu den beiden Anschlagdichtungen. Sie teilt den Falzraum in zwei Klimazonen: Der Beschlag liegt geschützt im trockenen, raumseitigen Bereich, und Wind sowie Schlagregen werden bereits vor der inneren Ebene gestoppt. Ergebnis: bessere Schlagregendichtheit, bessere Wärmedämmung im Falz und langlebigere Beschläge — spürbar vor allem in exponierten Lagen und oberen Geschossen. Ob ein System AD oder MD ist, erkennen Sie im Profil-Sortiment am Namenszusatz.
Montage nach RAL
Kurzbezeichnung für die Fenstermontage nach dem anerkannten „Leitfaden zur Montage" der RAL-Gütegemeinschaft. Kernprinzip ist der dreistufige Anschluss nach der Regel „innen dichter als außen": raumseitig eine luftdichte Ebene (z. B. Dichtband oder Folie), in der Fuge eine durchgehende Wärmedämmung, außen eine schlagregendichte, aber diffusionsoffene Ebene. Dazu kommt die fachgerechte mechanische Befestigung ohne Montageschaum als Lastabtrag. RAL-Montage ist kein Gesetz, aber der Stand der Technik — und für Förderprogramme sowie die Langlebigkeit des Bauanschlusses die klare Empfehlung. Mehr Praxisfragen dazu in unserer FAQ.
N
Null-Schwelle (barrierearm)
Ein Türübergang ohne Anschlag — innen und außen liegen auf einer Ebene. Unser Hersteller realisiert das bei Haus-, Nebeneingangs- und Terrassentüren z. B. mit dem Schwellensystem Combi Plan mit 0,0 mm Höhe; die klassische Alternative ist die thermisch getrennte 20-mm-Aluminiumschwelle, die als barrierefrei im Sinne der DIN 18040 gilt (siehe Barrierefreiheit). Null-Schwellen brauchen eine durchdachte Linienentwässerung und Abdichtung. Sagen Sie uns bei der Konfiguration einfach Bescheid — wir prüfen die passende Schwellenlösung für Ihre Einbausituation mit.
O
Oberlicht
Verglastes Element oberhalb eines Fensters oder einer Tür, durch einen Kämpfer vom Hauptfeld getrennt. Oberlichter holen zusätzliches Tageslicht tief in den Raum und gliedern hohe Öffnungen — typisch im Altbau über Wohnungstüren und Balkontüren. Sie können festverglast (günstig, dicht, wartungsfrei) oder als Kippflügel ausgeführt sein; die Kippvariante eignet sich gut zum diebstahlarmen Dauerlüften in oberen Bereichen. Im Konfigurator wählen Sie mehrteilige Bauformen mit Oberlicht direkt bei der Fensterform aus; das Pendant unterhalb heißt Unterlicht.
Oberlichtöffner
Mechanik, mit der hoch liegende Kippflügel — typisch das Oberlicht über Fenstern und Türen — bequem vom Boden aus bedient werden. Die klassische Lösung ist ein Hebelgestänge am Rahmen: Ein Griff in erreichbarer Höhe öffnet und schließt den Flügel über eine Umlenkung. Komfortabler, gerade bei mehreren Oberlichtern oder in Treppenhäusern, sind elektrische Antriebe mit Schalter oder Funk. Wichtig für die Planung: Der Öffner sollte gleich mitbestellt werden, denn die Beschlagsaufnahmen werden werkseitig vorbereitet. Kippbare Oberlichter wählen Sie im Konfigurator bei den mehrteiligen Bauformen.
Ornamentglas
Gussglas mit eingewalztem Muster: Die strukturierte Oberfläche streut das Licht und verhindert die Durchsicht — Sichtschutz ohne nennenswerten Lichtverlust. Die Muster reichen von dezent satiniert bis stark strukturiert (bekannte Klassiker sind etwa Satinato und Chinchilla); je gröber die Struktur, desto stärker die Verzerrung. Typische Einsätze: Bad und WC, Haustür-Seitenteile, Kellerfenster und Nebeneingangstüren. Im Isolierglas wird die Ornamentscheibe mit normalen Floatscheiben kombiniert, die Dämmwerte bleiben also erhalten. Verwandter Oberbegriff: Strukturglas.
P
Pfosten
Senkrechtes, fest mit dem Rahmen verbundenes Teilungsprofil, das ein mehrflügeliges Fenster in eigenständige Felder gliedert — jedes Feld schlägt am Pfosten an und kann unabhängig geöffnet werden. Der Pfosten trägt statisch mit und erhöht die Stabilität großer Elemente, bleibt aber als sichtbares Profil in der Mitte stehen. Wer eine komplett freie Öffnung ohne Mittelsteg möchte, wählt stattdessen die Stulp-Variante. Das waagerechte Gegenstück ist der Kämpfer. Beide Teilungen stehen im Konfigurator als Bauformen zur Wahl.
Pilzkopfzapfen
Verriegelungszapfen mit pilzförmig verbreitertem Kopf — das Herzstück einbruchhemmender Fensterbeschläge. Beim Verriegeln fahren die Pilzköpfe hinter Sicherheitsschließbleche aus Stahl; setzt jemand einen Hebel an, verkrallen sich Kopf und Schließblech ineinander, statt wie gewöhnliche Rollzapfen einfach aus dem Rahmen zu rutschen. Anzahl und Verteilung der Pilzkopfverriegelungen steigen mit der Widerstandsklasse: Für RC2 N sichern sie den Flügel umlaufend, auch auf der Bandseite. In unseren Fenstersystemen sind sie Teil der MACO-Beschläge und Kern des RC2-Beschlags.
Pollenschutzgitter
Gewebe im Spannrahmen vor dem Fenster — äußerlich wie ein Insektenschutzgitter, aber mit deutlich feinerem, teils elektrostatisch wirkendem Gewebe, das einen Großteil der Pollen beim Lüften zurückhält. Für Allergiker vor allem am Schlafzimmerfenster ein spürbarer Gewinn: lüften, ohne dass Gräser- und Baumpollen massenhaft einströmen. Zu wissen: Das dichte Gewebe reduziert Luftdurchlass und Lichteinfall stärker als normales Fliegengitter; die Rahmen lassen sich zum Reinigen abnehmen. Passende Spannrahmen und weiteres Zubehör finden Sie unter Fenster-Zubehör; Kurzfragen klärt die FAQ.
PSK (Parallel-Schiebe-Kipp-Tür)
Schiebetür, deren Flügel zwei Bewegungen beherrscht: Zum Lüften kippt er wie ein normales Fenster, zum Öffnen stellt er sich parallel ab und gleitet vor dem Festfeld zur Seite. Weil der Flügel beim Schließen umlaufend an den Rahmen gepresst wird, erreicht die PSK-Tür eine Dichtheit auf Fensterniveau — bei deutlich geringerem Preis als eine Hebe-Schiebetür. Grenzen: kleinere maximale Flügelgewichte und eine etwas höhere Schwelle. Für Balkone und normale Terrassenbreiten meist die wirtschaftlichste Schiebelösung — direkt bepreisbar im PSK-Konfigurator.
R
Raffstore
Außenliegender Sonnenschutz aus beweglichen Aluminium-Lamellen — eine Jalousie vor der Fassade. Anders als der Rollladen sperrt der Raffstore das Licht nicht komplett aus: Die Lamellen lassen sich stufenlos neigen und lenken Tageslicht blendfrei in den Raum, während die Sonnenwärme draußen bleibt — der wirksamste sommerliche Wärmeschutz für große Glasflächen. Übliche Ausführung ist elektrisch, gern mit Sonnen- und Windautomatik; bei stärkerem Wind fahren die Behänge selbsttätig ein. Preise und Varianten zeigt der Raffstore-Konfigurator sofort an.
Rahmenvollverstärkung
Durchgehende, groß dimensionierte Stahlarmierung in Blendrahmen und Flügel — über das Standardmaß der üblichen Aussteifung hinaus. Sinnvoll oder nötig ist die Vollverstärkung bei großen und hohen Elementen, bei dunklen Farben (stärkere Erwärmung und Wärmedehnung in der Sonne), bei erhöhten Windlasten in exponierten Lagen sowie bei einbruchhemmenden Ausführungen, weil Sicherheitsschließbleche und Beschlagschrauben im Stahl deutlich besser halten. Die Kehrseite: mehr Gewicht und eine leichte Wärmebrücke im Profil — eine Alternative ohne Metall ist die Glasfaserverstärkung. Die Armierungslagen zeigt unsere Querschnitts-Bibliothek.
Randverbund
Der umlaufende Verbund am Rand des Isolierglases, der aus den Scheiben ein hermetisch dichtes Paket macht: der Abstandhalter mit Trockenmittel, innen die Butyl-Primärdichtung, außen eine dauerelastische Sekundärdichtung. Der Randverbund hält die Gasfüllung im Zwischenraum und die Luftfeuchte draußen — über Jahrzehnte. Versagt er, diffundiert Feuchte ein und das Glas beschlägt von innen; das „blinde" Isolierglas muss getauscht werden (siehe Kondenswasser). Die thermisch optimierte Ausführung des Abstandhalters heißt Warme Kante und ist bei uns Standard moderner Verglasungen.
RC1 N
Unterste Widerstandsklasse der Einbruchhemmung nach DIN EN 1627. RC1-N-Elemente bieten Grundschutz gegen Aufbruchversuche mit körperlicher Gewalt — Gegentreten, Anspringen, Herausreißen —, jedoch ohne definierte Prüfzeit gegen Werkzeuge; das „N" steht für Standardglas ohne Sicherheitsanforderung. Sinnvoll ist RC1 N dort, wo Täter schlecht ansetzen können, etwa in Obergeschossen ohne Aufstiegshilfen. Für erdgeschossige und leicht erreichbare Fenster empfehlen Polizei und Versicherer mindestens RC2 N bzw. RC2. Hintergründe und Entscheidungshilfe: Ratgeber Einbruchschutz.
RC2-Beschlag
Das Beschlagpaket, das die mechanischen Anforderungen der Widerstandsklasse RC2 erfüllt: umlaufende Pilzkopfverriegelung inklusive Bandseite, Sicherheitsschließbleche aus Stahl, abschließbarer Griff mit 100 Nm Widerstand und Anbohrschutz vor dem Getriebe. Wichtig zur Einordnung: RC2 ist eine Eigenschaft des geprüften Gesamtelements aus Profil, Verstärkung, Verglasung und Montage — der Beschlag allein macht noch kein RC2-Fenster, ist aber dessen mechanisches Rückgrat. In unseren Fenstersystemen basieren die einbruchhemmenden Ausstattungen auf MACO-Beschlägen; die Stufen erklärt der Eintrag RC2 N.
RC2 N
Geprüfte Widerstandsklasse nach DIN EN 1627: Das Element hält einem Gelegenheitstäter mit einfachem Werkzeug wie Schraubendreher, Zange und Keil mindestens drei Minuten stand — länger, als die meisten Einbruchsversuche dauern. Kernbausteine sind Pilzkopfverriegelungen an mehreren Punkten, verstärkte Schließbleche und ein abschließbarer Griff. Das „N" bedeutet: ohne Sicherheitsverglasung; die volle Klasse RC2 kombiniert dieselbe Mechanik zusätzlich mit VSG, damit nicht einfach das Glas eingeschlagen wird. Die Polizei empfiehlt RC2 für alle leicht erreichbaren Fenster — konfigurierbar im Fenster-Konfigurator.
Renovationsrahmen
Blendrahmen mit vorgesetzter Überdeckungslippe für den Fenstertausch ohne Ausbau des alten Rahmens: Der alte (meist Holz-)Blendrahmen bleibt in der Wand, das neue Fenster wird hineingesetzt und die umlaufende Lippe verdeckt die Schnittstelle innen wie außen. Vorteile: schneller, staubarmer Einbau ohne Schäden an Putz, Fliesen und Fensterbänken — beliebt bei bewohnten Objekten. Nachteile: Die Glasfläche schrumpft spürbar, und der Altrahmen muss trocken und tragfähig sein, sonst saniert man auf morschem Grund. Ob die Methode zu Ihrer Situation passt, klärt der Aufmaß-Ratgeber oder die FAQ.
S
Schallschutzklasse
Einteilung von Fenstern nach ihrer Schalldämmung (bewertetes Schalldämmmaß Rw) in die Klassen 1 bis 6 gemäß VDI 2719. Zur Orientierung: Klasse 2 (30–34 dB) genügt an ruhigen Wohnstraßen, Klasse 3 (35–39 dB) an Hauptstraßen, Klasse 4 (40–44 dB) an stark befahrenen Straßen; die Klassen 5 und 6 sind Speziallösungen für extreme Lagen. Bessere Werte erreicht man über asymmetrische Glasaufbauten, größere Scheibenzwischenräume und Verbundglas mit Schallschutzfolie. Welche Klasse Ihr Zuhause braucht und was sie kostet: Ratgeber Schallschutzfenster.
Schaltbares Glas (intelligentes Glas)
Verglasung, die ihre Transparenz auf Knopfdruck ändert: PDLC-Folien im Glasverbund schalten zwischen milchig und klar (Sichtschutz ohne Vorhang), elektrochrome Gläser tönen sich stufenweise ein und dienen dem Sonnenschutz. Beide Varianten benötigen eine Stromzuführung im Fensterbereich und entsprechende Planung — und sind als Sonderverglasung mit erheblichem Aufpreis verbunden. Für den sommerlichen Wärmeschutz im Wohnbau sind Sonnenschutzglas oder ein außenliegender Raffstore meist die wirtschaftlichere und wirksamere Lösung; schaltbares Glas bleibt vorerst eine Nischenoption für besondere Anforderungen.
Sektionaltor
Garagentor aus waagerechten, gelenkig verbundenen Paneelen („Sektionen"), die beim Öffnen senkrecht nach oben laufen und unter der Decke parken. Es schwenkt nicht aus und die gedämmten Paneele halten die Garage temperiert — dafür braucht es Laufschienen unter der Decke. Sektionaltore führen wir aktuell nicht; unser Garagentor nach Maß ist das platzsparende Rolltor, bei dem die Decke komplett frei bleibt: Tor-Konfigurator.
Selbstreinigendes Glas
Außenscheibe mit einer dauerhaft eingebrannten Spezialbeschichtung, die zwei Effekte kombiniert: Photokatalytisch zersetzt das UV-Licht der Sonne organischen Schmutz auf der Oberfläche, und hydrophil zieht Regenwasser als geschlossener Film ab, der die gelösten Partikel flächig wegspült — statt in Tropfen zu trocknen und Ränder zu hinterlassen. Das verlängert die Reinigungsintervalle deutlich, ersetzt das Putzen aber nicht vollständig, und die Beschichtung braucht Sonne und Regen, um zu arbeiten. Sinnvoll vor allem bei schwer erreichbaren Verglasungen: Festfelder über Anbauten, Wintergärten, Oberlichter. Fragen zu Glasoptionen beantwortet die FAQ.
Setzholz
Begriff aus dem Holzfensterbau für das feste, senkrechte Teilungsprofil zwischen zwei Flügeln — beim Kunststoff-Fenster spricht man vom Pfosten, gemeint ist dasselbe Bauteil: Es ist fest mit dem Rahmen verbunden, trägt statisch mit, und beide Flügel schlagen unabhängig voneinander daran an. Die Abgrenzung zum Stulp ist wichtig fürs Bestellen: Beim Stulpfenster gibt es kein Setzholz — die Flügel schlagen aneinander an, geöffnet bleibt die volle Breite frei, dafür öffnet der zweite Flügel nur nach dem ersten. Beide Bauformen wählen Sie im Konfigurator.
Sicherheitsglas
Sammelbegriff für Gläser mit geprüften Sicherheitseigenschaften — dahinter stecken sehr unterschiedliche Produkte für unterschiedliche Zwecke: ESG zerfällt beim Bruch in stumpfe Krümel und schützt Personen vor Schnittverletzungen; VSG bindet Splitter an einer reißfesten Folie und ist die richtige Wahl gegen Einbruch und für die Absturzsicherung; TVG ist die Zwischenstufe, die vor allem als VSG-Komponente eingesetzt wird. Faustregel: Personenschutz → ESG, Einbruch- und Absturzschutz → VSG. Welche Kombination Ihr Projekt braucht, lässt sich direkt im Konfigurator unter Verglasung auswählen.
Sonnenschutzglas
Isolierglas mit selektiver Beschichtung, die viel Tageslicht passieren lässt, aber einen Großteil der unsichtbaren Sonnenwärme reflektiert — technisch: niedriger g-Wert bei weiterhin hoher Lichtdurchlässigkeit. Gute Sonnenschutzgläser erreichen g-Werte um 0,3 und wirken dabei nur dezent getönt. Sinnvoll für große Süd- und Westverglasungen, bei denen außenliegender Sonnenschutz nicht möglich oder nicht gewollt ist. Zu bedenken: Die Beschichtung wirkt ganzjährig, im Winter entfallen also auch solare Wärmegewinne. Am wirksamsten gegen Sommerhitze bleibt die Kombination mit einem außenliegenden Behang wie dem Raffstore.
Spaltlüftung
Beschlagfunktion, bei der der Flügel umlaufend nur wenige Millimeter vom Rahmen abhebt — erreicht über eine zusätzliche Griffstellung, meist bei 135 Grad zwischen Dreh- und Kippposition. Der schmale, umlaufende Spalt lüftet zugarm und weitgehend regengeschützt, unauffälliger und gleichmäßiger als die Kippstellung. Wichtig zu wissen: Spaltgelüftete Fenster gelten — wie gekippte — versicherungsrechtlich als offen und bieten keinen Einbruchschutz; für die dauerhafte Grundlüftung ohne offene Flügel ist der Falzlüfter die bessere Lösung. Verwandte Komfortfunktion am Dreh-Kipp-Beschlag: die Stufenkippstellung.
Sprossen
Gestalterische Teilung der Glasfläche in kleinere Felder — heute meist ohne echte Glasteilung. Die gängigen Varianten: SZR-Sprossen liegen innen im Scheibenzwischenraum — pflegeleicht, da die Glasflächen glatt bleiben. Wiener Sprossen werden außen auf beide Scheiben aufgeklebt und mit einem Distanzsteg im SZR kombiniert — optisch am nächsten an historischen Fenstern. Echte glasteilende Sprossen mit einzelnen Scheiben sind Sonderanfertigungen, etwa für den Denkmalschutz. Sprossenbilder und -farben wählen Sie im Konfigurator mit Live-Vorschau.
Strukturglas
Oberbegriff für Gläser mit strukturierter Oberfläche, die das Licht streuen und die Durchsicht je nach Struktur mildern oder ganz verhindern. Die Bandbreite reicht von feiner, gleichmäßiger Satinierung mit weichem Lichtbild bis zu grob gemusterten Gläsern mit starker Verzerrung; klassische Mustergläser aus dem Walzverfahren behandelt der Eintrag Ornamentglas. Eingesetzt wird Strukturglas überall dort, wo Tageslicht erwünscht, freie Einsicht aber nicht: Bad, Hauseingang, Treppenhaus, Türfüllungen. Im Isolierglas-Verbund bleiben die Dämmwerte erhalten; die Strukturseite liegt geschützt. Verfügbare Glasoptionen zeigt der Konfigurator im Verglasungs-Schritt.
Stufenkippstellung
Beschlagfunktion, die den Kippflügel in mehreren Positionen rasten lässt statt nur in einer festen Kippweite — je nach System vier oder mehr Stufen vom schmalen Lüftungsspalt bis zur vollen Kippöffnung. So lässt sich die Lüftung dosieren: nachts im Winter nur ein schmaler Spalt gegen Auskühlen und Zugluft, im Sommer die volle Öffnung. Die Umsetzung erfolgt über eine spezielle Schere im Dreh-Kipp-Beschlag und ist als Zusatzausstattung erhältlich. Noch feiner und umlaufend lüftet die Spaltlüftung; stromlos und dauerhaft arbeitet der Falzlüfter.
Stulp
Bauart zweiflügeliger Fenster ohne festen Mittelpfosten: Der Stulpflügel trägt ein aufgesetztes Profil (den Stulp), an dem der Hauptflügel anschlägt und verriegelt. Geöffnet ergibt sich eine komplett freie Durchsicht und Durchgangsbreite — ideal, wenn sperrige Gegenstände hindurch müssen oder der Ausblick ungeteilt bleiben soll. Zu beachten: Der zweite Flügel lässt sich erst öffnen, wenn der erste offen ist, und nur der Hauptflügel hat die Kippfunktion. Die Alternative mit festem Mittelsteg und zwei unabhängigen Flügeln ist die Pfosten-Variante — beide stehen im Konfigurator zur Wahl.
SZR (Scheibenzwischenraum)
Der hermetisch abgeschlossene Zwischenraum zwischen den Scheiben eines Isolierglases, typischerweise 12–18 mm breit und mit dem Edelgas Argon (seltener Krypton) gefüllt, das schlechter Wärme leitet als Luft. Breite und Gasfüllung des SZR beeinflussen den Ug-Wert direkt; bei 3-fach-Verglasung summieren sich zwei Zwischenräume zur entsprechenden Bautiefe des Glaspakets. Am Rand wird der SZR vom Abstandhalter mit Trockenmittel geschlossen — dessen thermisch optimierte Ausführung heißt Warme Kante. Wird der Randverbund undicht, beschlägt das Glas von innen (siehe Kondenswasser).
T
TBT (Kipp-vor-Dreh)
„Tilt Before Turn" — ein Beschlag mit umgekehrter Griffreihenfolge: Die erste Griffstellung kippt den Flügel zum Lüften, das vollständige Drehöffnen ist erst nach dem Entriegeln des abschließbaren Griffs mit dem Schlüssel möglich. Der Zweck: Kinder können lüften bzw. am gekippten Fenster nichts falsch machen, aber das Fenster nicht weit öffnen — deshalb ist Kipp-vor-Dreh die Empfehlung für Kinderzimmer, Kitas und Schulen sowie für Obergeschossfenster ohne Absturzsicherung. Basis ist ein abschließbarer Fenstergriff; die Option fragen Sie am einfachsten über den Konfigurator an.
TRAV (absturzsichernde Verglasung)
Kurzform für die „Technischen Regeln für die Verwendung von absturzsichernden Verglasungen" — das frühere Regelwerk für Glas, das Personen am Abstürzen hindert. Inhaltlich ist es heute in der DIN 18008-4 aufgegangen, der Begriff TRAV hält sich in der Praxis aber hartnäckig. Die Norm teilt absturzsichernde Verglasungen in Kategorien (A, B, C) danach ein, ob das Glas die Sicherung allein übernimmt oder ein Holm bzw. Geländer mitträgt; gefordert ist im angriffsrelevanten Bereich regelmäßig VSG. Wann überhaupt gesichert werden muss, erklärt der Eintrag Absturzsicherung.
Türschließer
Ein hydraulischer Ober- oder Integriert-Schließer zieht die Tür nach dem Öffnen selbsttätig und gedämpft ins Schloss — Standard an Objekt-, Mehrfamilienhaus- und stark frequentierten Nebeneingangstüren. Verbreitete Systeme wie die DORMA-TS-Serie oder der GEZE Boxer lassen sich in Schließkraft und Schließgeschwindigkeit einstellen; bei Brandschutztüren ist der Selbstschließer sogar Pflicht. Für unsere Nebeneingangstüren wählen Sie den Türschließer als Ausstattungsoption direkt im Konfigurator.
Türschnapper
Kleine Falle am Balkontür-Beschlag, die die von außen zugezogene Tür geschlossen hält, ohne dass innen verriegelt ist — magnetisch oder mechanisch ausgeführt. Der Alltagsnutzen: Wer auf Balkon oder Terrasse geht, zieht die Tür hinter sich zu; sie bleibt winddicht angelehnt und lässt sich von außen wieder aufdrücken oder am Ziehgriff öffnen. Man sperrt sich also nicht aus — verriegelt ist die Tür dabei aber ausdrücklich nicht. Bei den MACO-Beschlägen unserer Systeme ist der Schnapper als Zusatzbauteil erhältlich; mitbestellen können Sie ihn im Balkontür-Konfigurator.
TVG (teilvorgespanntes Glas)
Thermisch behandeltes Glas wie ESG, aber mit geringerer Vorspannung — die Eigenschaften liegen zwischen Floatglas und ESG: höhere Biege- und Temperaturwechselfestigkeit als einfaches Glas, jedoch ein grobes Bruchbild mit Rissen, die zum Rand laufen, sodass die Bruchstücke groß bleiben und im Verbund hängen. Genau darin liegt die Stärke: Als Komponente im VSG sorgt TVG für hohe Resttragfähigkeit — die gebrochene Scheibe bleibt stabil im Rahmen, wichtig etwa bei absturzsichernden und Überkopf-Verglasungen. Allein eingesetzt gilt TVG dagegen nicht als Sicherheitsglas im Sinne der Normen.
U
Uf-Wert
Wärmedurchgangskoeffizient des Rahmens („f" für frame) in W/(m²K) — je niedriger, desto besser dämmt das Rahmenprofil. Moderne Kunststoff-Mehrkammerprofile erreichen je nach Bautiefe und Kammerzahl etwa 0,9 bis 1,3. Der Uf-Wert ist einer von drei Bausteinen des Gesamtwerts Uw — neben dem Ug-Wert der Verglasung und dem Randverbund. Da der Rahmen nur einen Teil der Fensterfläche ausmacht, gilt: Ein sehr guter Ug-Wert bringt meist mehr als die letzte Nachkommastelle beim Rahmen. Die Uf-Werte unserer Systeme stehen im Profil-Sortiment.
Ug-Wert
Wärmedurchgangskoeffizient der Verglasung („g" für glazing) in W/(m²K). Übliche Werte: 2-fach-Isolierglas etwa 1,1, modernes 3-fach-Glas 0,5 bis 0,7 — erreicht durch unsichtbare Wärmeschutzbeschichtungen, gasgefüllte Scheibenzwischenräume und die dritte Scheibe. Da das Glas den Großteil der Fensterfläche stellt, ist der Ug-Wert der größte Hebel für die Energiebilanz des Fensters; zusammen mit Uf und Randverbund ergibt er den Uw-Wert. Ausführliche Erklärung mit Sparpotenzial-Rechnung: Ratgeber U-Wert.
Unterlicht
Verglastes oder mit Füllung ausgeführtes Element unterhalb des Hauptfensters, durch einen Kämpfer abgetrennt — das Gegenstück zum Oberlicht. Unterlichter kommen zum Einsatz, wenn hohe Öffnungen bis zum Boden verglast werden sollen, der obere Bereich aber öffenbar bleiben muss: Das Unterlicht wird dann meist festverglast ausgeführt, was Kosten spart und die Dichtheit erhöht. Bei bodentiefen Elementen ist je nach Einbausituation absturzsichernde Verglasung (VSG) im Unterlicht gefragt — klären Sie die Anforderung mit Ihrem Planer oder Montagebetrieb.
Uw-Wert
Der Wärmedurchgangskoeffizient des kompletten Fensters („w" für window) in W/(m²K) — die wichtigste Energie-Kennzahl beim Fensterkauf. Er wird aus Ug (Glas), Uf (Rahmen) und dem Wärmeverlust am Glasrand (Psi-Wert des Randverbunds, Stichwort Warme Kante) für die konkrete Fenstergröße berechnet. Richtwerte: Das GEG verlangt beim Austausch höchstens 1,3; die BEG-Förderung höchstens 0,95; gute 3-fach-verglaste Fenster liegen bei 0,8–1,0. Vertiefung mit Rechenbeispielen: Ratgeber U-Wert & Energieeffizienz.
V
Vakuumglas
Isolierglas der besonderen Art: Zwei Scheiben mit einem evakuierten Spalt von unter einem Millimeter dazwischen — im Vakuum findet praktisch keine Wärmeleitung statt. Das Ergebnis sind Dämmwerte auf dem Niveau von 3-fach-Glas bei der Dicke und dem Gewicht einer 2-fach-Verglasung. Interessant ist das vor allem für die Sanierung schlanker Rahmen und für den Denkmalschutz, wo dicke Glaspakete nicht hineinpassen. Erkennbar ist Vakuumglas an einem feinen Raster winziger Stützpillars zwischen den Scheiben. Noch ist es ein hochpreisiges Nischenprodukt; für Standardanwendungen bleibt klassisches Isolierglas mit gutem Ug-Wert die wirtschaftliche Wahl.
Verbreiterung
Anbauprofil, das seitlich, oben oder unten am Blendrahmen befestigt wird und das Element um wenige Zentimeter vergrößert. Typische Einsätze: Platz für die Führungsschienen eines Vorbaurollladens, Ausgleich schiefer Laibungen im Altbau, Anschlussraum für Innendämmung oder das Anheben einer Balkontür auf die richtige Schwellenhöhe. Verbreiterungen sind gedämmte Systemprofile in Rahmenfarbe — von außen wirken sie wie ein Teil des Rahmens. Auch praktisch, wenn ein Bestellmaß knapp unter der Maueröffnung liegt. Für die Verbindung mehrerer Elemente untereinander siehe Kopplung.
Verdeckt liegender Beschlag
Beschlagvariante, bei der die Bänder vollständig im Falz zwischen Flügel und Rahmen liegen — am geschlossenen Fenster sind keine Bänder und keine Bandkappen sichtbar. Die Vorteile: eine ruhige, moderne Ansicht, keine Abdeckkappen, die vergilben oder verstauben, eine ununterbrochene Dichtungsführung auch im Bandbereich und bandseitig weniger Angriffsfläche. Grenzen setzt die Technik beim maximalen Flügelgewicht und teils beim Öffnungswinkel — bei sehr großen oder schweren Flügeln bleibt der klassische aufliegende Dreh-Kipp-Beschlag die robuste Wahl. Verfügbarkeit je nach Profilsystem; am einfachsten direkt im Konfigurator prüfen.
Verglasungsklötze (Verklotzung)
Kunststoffklötze, die zwischen Glaskante und Falzgrund gesetzt werden: Tragklötze übertragen das Gewicht des Glaspakets definiert in den Rahmen, Distanzklötze fixieren die Scheibe seitlich in ihrer Lage. Die fachgerechte Verklotzung ist entscheidend dafür, dass ein Flügel dauerhaft im Winkel bleibt — beim Dreh-Kipp-Flügel wird die Scheibe so gesetzt, dass sie den Rahmen wie eine Diagonale aussteift. Über das Umsetzen der Klötze lässt sich ein leicht hängender Flügel auch „ausklotzen", also nachjustieren. Falsch geklotzt drohen schleifende Flügel und Spannungsbrüche im Glas. Zugang zur Verklotzung: die Glasleisten; Praxisfragen in der FAQ.
Vorbaurollladen
Rollladen, dessen Kasten vor der Fassade oder in der Laibungsöffnung vor dem Fenster montiert wird — die klassische Nachrüstlösung, weil weder Fenster noch Sturz verändert werden müssen. Der Kasten sitzt komplett außerhalb der gedämmten Hülle, es entsteht also keine neue Wärmebrücke und keine Schallbrücke ins Rauminnere; gewartet wird von außen. Gestalterisch stehen runde und eckige Kastenformen in vielen Farben zur Wahl, Antrieb wahlweise per Gurt, Kurbel oder Motor mit Funk. Direkt konfigurieren: Rollladen-Konfigurator; für Neubau siehe Aufsatzrollladen.
VSG (Verbund-Sicherheitsglas)
Zwei (oder mehr) Glasscheiben, die durch eine reißfeste Kunststofffolie (meist PVB) dauerhaft verbunden sind. Bricht die Scheibe, haften die Splitter an der Folie — es entsteht keine offene Öffnung und kaum Verletzungsgefahr; das bekannteste Beispiel ist die Windschutzscheibe im Auto. Am Fenster leistet VSG dreierlei: Durchwurf- und Durchbruchhemmung als Baustein der Klasse RC2 (siehe RC2 N), Absturzsicherung bei bodentiefen Verglasungen und nebenbei etwas besseren Schallschutz. Nicht verwechseln mit ESG, das beim Bruch vollständig zerfällt. Wählbar im Konfigurator unter Verglasung.
W
Warme Kante
Thermisch verbesserter Randverbund des Isolierglases: Statt des früher üblichen Aluminium-Abstandhalters trennt ein Verbundmaterial aus Kunststoff und Edelstahl die Scheiben am Rand des Scheibenzwischenraums. Weil dieses Material Wärme deutlich schlechter leitet, sinkt der Wärmeverlust am Glasrand (kleinerer Psi-Wert), der Uw-Wert des Fensters verbessert sich um typischerweise 0,1 bis 0,2 W/(m²K) — und die Glaskante bleibt innen wärmer, wodurch sich dort seltener Kondenswasser bildet. Ein kleines Detail mit großer Wirkung, das bei modernen Verglasungen zum guten Standard gehört.
Wärmeschutzverglasung
Isolierglas mit einer hauchdünnen, unsichtbaren Metallbeschichtung (Low-E), die langwellige Wärmestrahlung aus dem Raum zurück nach innen reflektiert: Sonnenlicht und solare Energie kommen weitgehend ungehindert herein, Heizwärme entweicht nur schwer — hoher g-Wert bei niedrigem Ug-Wert. Zusammen mit Gasfüllung und Warmer Kante ist die Beschichtung der Grund, warum modernes 3-fach-Glas Ug-Werte um 0,5–0,7 erreicht. Das funktionale Gegenstück ist das Sonnenschutzglas, das Sonnenwärme gezielt aussperrt. Rechenbeispiele zum Sparpotenzial: Ratgeber U-Wert.
Weißglas
Eisenoxidarmes Glas ohne den leichten Grünstich, den normales Floatglas durch seinen Eisengehalt zeigt. Der Farbstich fällt vor allem an den Glaskanten auf — und summiert sich bei 3-fach-Verglasungen mit viel Glasmasse, wo weiße Wände hinter dem Fenster einen Hauch grünlich wirken können. Weißglas gibt Farben und Weißtöne brillanter und neutraler wieder und wird deshalb bei hohen gestalterischen Ansprüchen gewählt: Schaufenster, Vitrinen, Designfassaden, große Festverglasungen. Im Isolierglas-Aufbau ist es gegen Aufpreis kombinierbar; für den normalen Wohnbau ist Standard-Floatglas farblich völlig unauffällig.
Wetterschenkel
Profil, das außen am unteren Flügelrahmen montiert wird — vor allem beim Holzfenster, dort meist aus Aluminium: Es fängt das an der Scheibe ablaufende Regenwasser ab und leitet es über eine Tropfkante vor dem Rahmen ab, statt es über die bewitterungskritischste Stelle des Fensters laufen zu lassen. Der Wetterschenkel schützt so das Hirnholz und die Beschichtung des unteren Querholzes, wo Holzfenster typischerweise zuerst Schaden nehmen. Er ist als Verschleißteil austauschbar. Ergänzend leiten Wasserschlitze eingedrungenes Wasser aus dem Falz; zur Oberflächenpflege beim Holzfenster siehe Lasur.
Wiener Sprossen
Die optisch überzeugendste unechte Glasteilung: Sprossenprofile werden außen und innen deckungsgleich auf die Scheiben geklebt, im Scheibenzwischenraum läuft ein Duplex-Steg mit, der die Sichtachse schließt. Das Ergebnis wirkt plastisch wie eine historische echte Glasteilung — bei den Dämmwerten eines ungeteilten Isolierglases und zu deutlich geringeren Kosten. Der Kompromiss: Die aufgesetzten Profile müssen beim Putzen mitgereinigt werden, anders als bei innenliegenden SZR-Sprossen. Sprossenbild, Feldaufteilung und Farbe stellen Sie im Konfigurator mit Live-Vorschau zusammen.
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